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Rohhaut Laternen

PostDateIconDonnerstag, den 25. August 2011 um 10:18 Uhr

 

Ein jeder Lagerer kennt sie, egal ob Wikinger oder nicht.
Faktisch erwiesen sind diese Laternen nicht zu 100% - man nennt sie auch "Visby" Laternen. Zu sehen sind sie unter anderem in Freilichtmuseen wie das bekannte Haithabu, Ribe und Birka...Dennoch wurden die Materialien - nicht das Werkzeug - auch schon zu den Vergangenen Zeiten verwendet.

Da ich diese Art von Laternen ganz schön finde, mussten Sie, auch wenn wir vorfrühmittelalterlich unterwegs sind, einfach her. Darum habe ich mich einmal hingesetzt und überlegt wie am besten und am einfachsten basteln - ohne eine direkte Vorlage vor mir stehen zu haben. Man hat sie schon ein paar mal gesehen, aber so wie gesehen, wollte ich Sie nicht "kopieren"...

  • Schritt 1. Rohhaut einweichen
  • Schritt 2. Grundgerüst
  • Schritt 3. Rohhaut nähen und anpassen
  • Schritt 4. Hochzeit
  • Schritt 5. Kerzenhalter

Ich behandle hier einmal folgende(s) Modell(e)

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einmal im Überblick Das ist die Große (wird erklärt) Das ist die kleine (aus den "Resten")

So folgt hier einmal eine kleine Anleitung für eine Laterne:

Zeitaufwand inklusive Wartezeiten: ca. 2 Tage

To-Kauf-Liste:

  • 2x Buchenrundstab Durchmesser 8mm, Länge 1m
  • 2x Hundekauknochen ( Am besten die mit dem Knoten an beiden Enden - ergibt Bahnen mit ca. 15cm breite )
  • 1x stabiles, naturfarbenes Garn - am besten gewachst (andernfalls Teelicht und Faden durch das flüssige Wachs ziehen)
  • Hanfseil (bekommt man übrigens beim Seiler auf einem guten Mittelaltermarkt)
  • Holzleim/Weißleim

Und das sollte man sich organisieren bzw. bereits haben:

  • ein Stück Baum, Durchmesser ca.20-30cm oder mehr- oder jemanden ansprechen der gerade sowieso am Baumfällen ist
    (wir hatten noch vom Apfelbaum ein großes Stück bereits ein Jahr gut abgelagert da.)
  • eine Motorsäge
  • Holzbohrer: 8mm, 3mm
  • einen Akkuschrauber oder eine Standbohrmaschine
  • evtl. einen Bohrmaschinenaufsatz mit dem man Unterputz Steckdosen fräst (...wie heissen die gleich..Dosenfräser?)
  • einen Eimer mit Wasser
  • Eine etwas dickere Näh-Nadel
  • Eine Stechahle - ne Prickelnadel tut's aber auch
  • ggf. ein Teelicht (sollte das Garn nicht schon gewachst sein)
  • ganz wichtig: ZEIT!!
  • Scharfes Messer mit starker Klinge
  • 2-4 Schraubzwingen
  • XXL Teelicht
  • Hammer
  • Nagel (L=ca. 5cm)

Wie man bereits Anhand der Liste entnehmen kann, verwendete ich keine historischen Werkzeuge, wobei die Motorsäge auch schon etwas älter war.

 

Schritt 1. die Rohhaut weich bekommen

Rohhaut Laterne Bevor man überhaupt mit irgendwas anfängt - packt die Hundekauknochen aus und werft sie so wie sie sind in einen Eimer mit Wasser. Die Kauknochen brauchen allein schon einen Tag bis sie komplett aufgeweicht sind und man sie aufrollen kann.

bitte nicht zu lange einweichen, ich hab damit nicht so tolle Erfahrung gemacht -  kann mir nun umso besser vorstellen wie eine Wasserleiche ausschauen könnte.

Wenn die Rohhaut soweit ist, aufrollen, das geschnipsel entsorgen und die großen Stücke wieder ins Wasser legen.

 

 

 

Schritt 2. Das Grundgerüst zurechtsägen und Aufbauen

Rohhautlaterne GrundegerüstLeider habe ich nicht sehr viele Bilder....

Als erstes vom Baumstamm ca. 3-4cm starke Scheiben absägen. Am besten gleich 4 Stück für eine zweite große und eine weitere, kleine Laterne.

Wenn wir schon beim Sägen sind, gleich noch die Rundhölzer auf die gewünschte Länge zusägen (bei mir waren es 20cm). Pro Laterne sind es bis zu 8 Stück!

Anschließend einer Scheibe ein ca. 10-15cm großes Loch ausfräsen/sägen, der Überbleibsel gäbe dann schon einen Deckel oder Boden für eine kleine Laterne.

Nun kommen die 8mm Löcher schön verteilt rund herum. Die Holzscheiben übereinander legen und mit Schraubzwingen fixieren. Von der Bohrung nach aussen hin ca. 5-10mm Abstand lassen, damit das Holz nicht einreisst (auch später unter Spannung)

Wenn das alles soweit gebohrt und gefräst und gesägt ist...
Die Rundstäbe mit Weißleim Bodenseitig versehen und in die Borung schieben. Ist das rundherum soweit fertig, Deckel drauf (ohne Weißleim).

Nun werden noch für das Hanfseil Bohrungen gesetzt und dieses gleich Durchgezogen. Die Länge ist Ermessenssache.

 

Schritt 3. Die Rohhaut auf das Gerüst anpassen

Nun wird einmal der Umfang gemessen. Maßband zur Hand und um die Rundstäbe herum Messen. Bei meiner Laterne waren es 41cm. Damit es später aber auch nicht zu eng wird (Die Rohhaut zieht sich bei der Trocknung wieder stark zusammen) nehme ich je nach Dicke der Rohhaut bis zu 10% des Umfangs für das Gesamtmaß hinzu. In diesem Fall habe ich den Umfang also auf 45cm erweitert.

Nun hat man ja einen langen, schmalen Streifen vor sich im Wasser. Dieser wird dann in einzelne Streifen auf das lichte Maß, also von der Boden Oberkante bis zur Deckel Unterkante, mit dem scharfen Messer geschnitten.

Nun wird genäht...

von Hand, schon fast historisch...hier habe ich etwa 1,5 Std. mit verbracht.

Zwei Stücke übereinanderlegen und vom Rand ca. 3-4mm weg mittels Ahle oder der Prickelnadel Vorstechen, erst einmal 2-3 Löcher und Vernähen und verknoten. Im Anschluss Stück für Stück Vorstechen und Vernähen. Das ganze Spiel geht nun bis man die Endlänge erreicht hat....

 

Schritt 4. Die Hochzeit

Im Anschluss wir das Stück geschlossen und sollte noch im nassen Zustand über das Gerüst (vorher Deckel runter) gezogen werden. Danach aber den Deckel wieder Draufstecken! Nun heisst es: Geduldig sein. Die Laterne darf nun Trocknen und sich zusammenziehen - das dauert je nach Lüftung und Temperatur ca. 1-2 Tage. Ist alles Trocken, nicht vergessen, auch den Deckel zu verleimen.

 

Schritt 5. Kerzenhalter

Damit Euch das Wachs der Stumpenkerzen nicht an den Seiten rausläuft...Zuletzt haut man einen etwas Längeren Nagel in den Boden und Steckt die Blechhülle eines XXL Teelichts darüber - zwar nicht "A" aber eine einfache Alternative!

 

SICHERHEITSHINWEISE:

  • Lasst die Laternen niemals unbeaufsichtigt und macht sie aus wenn Ihr die Nähe verlasst!
  • Es ist ans Herz zu legen immer einen Feuerlöscher mit im Lager zu haben, auch wenns nicht toll ausschaut, Sicherheit geht vor (wir decken unseren ggf. mit einem Jute Sack ab)

 

Nun viel Spaß mit Eurer Ambienten Rohhautlaterne - oder auch nicht.

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Euer Sulwyn

 

 

 

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